Ich bin ein Kind des Wandels.
Meine Geschichte beginnt in der DDR.
Noch bevor ich wirklich verstanden hatte, was „DDR“ bedeutete, machten wir uns auf den Weg in den Westen.
Ich war noch klein, als meine Familie rüberging – ein Wort, das damals für so viele eine Mischung aus Angst, Mut und Aufbruch bedeutete.
Von einem Tag auf den anderen war alles anders.
Die Straßen, die Häuser, die Gerüche, die Menschen.
Die Sprache war dieselbe – und doch war sie anders.
Ich musste lernen, mich einzufügen, neu zu sortieren, herauszufinden, wer ich bin, wo ich hingehöre.
Ich wurde früh zu einer Grenzgängerin.
Zu jemandem, der zwischen zwei Welten unterwegs ist – dem Bekannten und dem Unbekannten, dem Alten und dem Neuen.
Ich habe erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man keinen festen Boden unter den Füßen hat, wenn man nicht weiß, wo man hingehört, wenn man das Alte nicht mehr hat und das Neue noch nicht sicher ist.
Diese Haltlosigkeit hat mich geprägt.
Und sie hat mich gelehrt, dass in genau diesem Raum etwas Wertvolles liegt:
In diesem „Dazwischen“ entsteht Wandlung.
Wir vermischen Altes und Neues, Bekanntes und Unbekanntes,
und genau dort entsteht etwas Drittes – etwas Eigenes.
Vielleicht ist das der Grund, warum ich das, was ich heute tue, „Wandelreich“ nenne.
Ich habe erfahren, dass der Wandel kein Ausnahmezustand ist, sondern ein Reich, das voller Möglichkeiten liegt.
Ich habe gelernt, dass ich nicht nur überlebe, wenn sich alles verändert –
sondern dass ich wachsen kann, dass ich in zwei Welten zu Hause sein kann,
dass ich immer wieder neu anfangen kann.
Diese Erfahrung ist meine Basis, wenn ich heute mit Menschen arbeite, die selbst mitten im Wandel stehen.
Ich verstehe, wie es ist, wenn der Boden wankt.
Ich kenne die Angst, die Unsicherheit, die Sehnsucht nach Klarheit und Halt.
Und ich weiß, wie wertvoll es ist, jemanden an der Seite zu haben, der diesen Weg kennt, der versteht, was es heißt, sich neu zu sortieren.
Mein Leben hat mich gelehrt:
Wandel macht uns nicht ärmer.
Er macht uns reich.
Reich an Erfahrungen, an Mut, an neuen Perspektiven.
Reich an Möglichkeiten, uns selbst und die Welt neu zu entdecken.
Deshalb gibt es mein Wandelreich.
Weil ich selbst reich geworden bin im Wandel –
und weil ich diesen Reichtum weitergeben möchte.